AKiP

Abkürzung: 

AKiP

Förderprogramm: 

Förderschwerpunkt Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel

Projektzeitraum: 

01.11.2014 bis 31.10.2015

Kurzbeschreibung: 

Im Projekt AKiP wird ein neuartiges Konzept für die gezielte Kompetenzaktivierung unter den Bedingungen des realen Arbeitsprozesses entwickelt und erprobt. Pflegekräfte sind die wichtigste betriebliche Ressource für Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Pflegedienste. Ausgerechnet diese Ressource kann derzeit nicht ausreichend gesichert werden. Arbeitsmarktstudien zeigen, dass der Mangel an Fachkräften in den Einrichtungen der Pflege — anders als in anderen Branchen — schon heute Realität ist. Zukünftig dürfte der Personalbedarf aufgrund der demografischen Entwicklung stark ansteigen. Eine Deckung dieses Bedarfs alleine durch mehr Ausbildung oder durch die verstärkte Anwerbung ausländischer Pflegekräfte ist kaum möglich. Dafür ist der Bedarf, der prognostiziert wird, schlicht zu hoch. Deshalb rückt die Erschließung betrieblicher Personalressourcen, d. h. die Bindung der Beschäftigten in den Einrichtungen der Pflege, zunehmend in den Fokus. Die erfolgreiche Bindung von Pflegekräften ist Voraussetzung. Die finanziellen Spielräume der Einrichtungen sind eng. Zudem ist der überwiegende Teil der Pflegekräfte weiblich, in Teilzeit beschäftigt und über längere Phasen im Erwerbslauf nicht in Beschäftigung, was vor allem mit Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zusammenhängt. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind von einer hohen Arbeitsdichte und permanentem Zeitdruck geprägt, was sich in einem hohen Krankenstand in den Einrichtungen niederschlägt. Zusätzlich zum ohnehin schon extrem stressigen Arbeitsalltag werden Pflegeeinrichtungen und die dort beschäftigten Führungs- und Pflegekräfte praktisch permanent mit neuen Anforderungen von außen konfrontiert, die meist ökonomisch getrieben sind, die nicht ignoriert werden können und die mit dem Selbstverständnis der Einrichtungen und dem Berufsverständnis der Pflegekräfte kollidieren. Dies führt zum Erleben von Diskrepanzerfahrungen: Pflegekräfte haben das Gefühl, sie verwenden immer mehr Zeit auf Tätigkeiten, die immer weniger mit dem ursprünglichen Kern der Pflege, der Interaktion mit den Patienten, zu tun haben. Ein Beispiel sind die wachsenden und sich wandelnden Anforderungen an die Pflegedokumentation. Die Pflegekräfte verfügen einerseits über geringe professionelle Definitionschancen, um den Außenanforderungen fachlich etwas entgegenzusetzen. Andererseits sind jedoch auch fachliche Gestaltungsmöglichkeiten in den Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten bislang unzureichend identifiziert und genutzt. In der Folge fühlen sich die Pflege- und Führungskräfte häufig fremdbestimmt, und es besteht die Gefahr eines Motivationsverlustes. Innere Kündigung, Fluktuation, physische und psychische Erkrankungen oder der Ausstieg aus dem Beruf können die Folge sein. Dies birgt die Gefahr, dass der Fachkräftemangel noch verstärkt wird. An dieser Stelle setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „Arbeiten - Lernen - Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt“ geförderte Forschungsprojekt „Arbeitsprozessintegrierte Kompetenzaktivierung und -entwicklung in der Pflege“ (AKiP) an. Im Projekt werden im engen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis neue Wege gesucht, Führungs- und Pflegekräfte im Umgang mit Anforderungen von außen zu stärken und dadurch Diskrepanzerfahrungen und die beschriebenen Folgen zu reduzieren. Viele Führungs- und Pflegekräfte dürften bereits über die dafür notwendigen Kompetenzen verfügen. Allerdings können sie diese im verdichteten Arbeitsalltag kaum einbringen. Es bedarf organisationaler Veränderungen, um Kompetenzen zu aktivieren und weiterzuentwickeln.

Institution: